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(Vortrag/Diskussion)
von Christopher Bünte Freitag, 09. November 2007
Der erste Band der neuen Andrax-Edition enthält die vier Geschichten "Experiment des Grauens", "Die tote Stadt", "Horror-Hölle" und "Super-City". Hinzu kommt eine kurze Einleitung der Lizenzinhaberin Alexandra Kauka und ein Nachwort vom Andrax-Autor Peter Wiechmann. Möchte man den ersten Andrax-Band ins Universum aktueller Comic-Neuerscheinungen einordnen, stellt sich schnell heraus, dass herkömmliche Kategorien dafür nicht besonders geeignet sind. Andrax ist 100% Retro, ähnlich wie Flokati, Moonboots und lila Schalensessel. In erster Linie dürften sich Leser angesprochen fühlen, die den etwas farblosen Helden Andrax noch aus ihrer Jugend kennen. Solch älteres Publikum wird seine Freude an der neuen Ausgabe haben. Bernet spielt in der Oberliga des europäischen Schwarzweiß-Strichs. Seine Bilder sind dynamisch, nicht überladen und trotzdem detailreich. Hinzu kommt, dass die Reproduktion des alten Materials außerordentlich gut gelungen ist: Kein matter Abglanz, sondern ein voller, kräftiger Druck, als hätte Bernet erst gestern den Stift geschwungen. In Verbindung mit dickem Papier und festem Einband zeigt sich auch hier einmal wieder, dass das Team von Cross Cult sein Handwerk versteht.
So ist es sicherlich nicht vermessen festzustellen, dass Andrax nicht nur den Charme, sondern auch einige Schwächen des Comics seiner Zeit besitzt. Einige der fabelhaften Conan-Abenteuer von John Buscema lesen sich ähnlich holprig. Sie werden nur manchmal dadurch aufgefangen, dass die Textgrundlage von Robert E. Howard gut aufgebaut und geschrieben war. Dass es sich bei Andrax nicht nur um eine typische Schwäche der Comics aus den Siebzigern, sondern auch um eine persönliche Note des Autors handeln könnte, davon zeugt das Nachwort. Vermutlich möchte Peter Wiechmann den Lesern erzählen, wie das damals so war, in den Siebzigern, mit Andrax und Co. Nur leider erzählt er nicht, sondern wirft nur Bruchstücke hin, bringt sie in eine Reihenfolge und lässt den Leser dann alleine. Stilistisch ähnelt sein Text seinem Comic, nur dass es im Comic nicht stört, sondern charmant retro ist. Als Auftakt zu einer hochwertigen Neuedition hätte man hinsichtlich des Nachworts mehr erwarten können. Vielleicht wäre ein Interview mit Wiechmann an dieser Stelle passender gewesen.
Andrax 1 – Experiment des Grauens
Cross Cult Oktober 2007
Text: Peter Wiechmann
Zeichnungen: Jordi Bernet
144 Seiten; schwarzweiß; Hardcover; 18 Euro
ISBN 9783936480757
www.cross-cult.de
www.primo.kauka.de

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Kommentare (3)

geschrieben von Linus P., am 10. November 2007 um 06.11 Uhr
Oben stehende Rezension hat 1 Kunde von 1 Kunden als sehr hilfreich empfunden.
geschrieben von MisterWoo, am 12. November 2007 um 10.26 Uhr
Unten stehenden Kommentar hat 1 Rezensent von 1 Rezensenten als sehr aufmunternd empfunden.
geschrieben von BijHenry, am 21. November 2007 um 19.16 Uhr
Kann nicht ganz mit der einordnung "in erster Line" für "solch äteres Publikum" übereinstimmen. Habe dieses Comic nur angeschafft, weil mein 13jähriger Sohn bei einem Freund Primo mit andrax gelesen hat und es ihm außerordentlich gefiel, vor allem wegen der tollen Zeichnungen. Aber im Prinzip stimmt es schon, daß der Autor frei phantasiert und assoziiert ohne eine rechte Geschichte. Das hat zwar seinen Charm, aber man merkt, das Andrax als ein Comic für 13-16 jährige konzipiert war.
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