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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Montag, 18. April 2011
Dominique Duprez (Künstlername „Riff Reb's“) präsentiert uns eine handfeste Piratenstory, fernab von jeglicher Romantisierung. Seine Comicgeschichte, die im Jahr 1718 angesiedelt ist, beginnt bereits mit einem kleinen Jungen, der aus Habgier ein Mädchen ermordet und kurz darauf auf einem Schiff anheuert. Überhaupt wird im Folgenden die Freibeuterei in vielleicht nicht all ihrer, aber zumindest in gehöriger Grausamkeit dargelegt.
Neu ist dieser Stoff allerdings nicht, handelt es sich doch um eine freie Adaption eines Abenteuerromans des französischen Schriftstellers Pierre Mac Orlan. Wieviele Freiheiten sich Riff Reb's für seine Comicumsetzung tatsächlich gönnt, lässt sich ohne Kenntnis der Originalliteratur leider nicht beurteilen.
Fakt ist, dass der Künstler einen unterhaltsamen Piratencomic vorgelegt hat, dem man höchstens vorwerfen kann, dass die Story durch die Einteilung in viele meist äußerst kurze Kapitel hin und wieder abgehackt wirkt, was den Lesefluss aus meiner Sicht behindert.
Die Figuren in diesem Band sehen, unabhängig davon ob sie finstere Piraten sind, eher unbedarft aus. Umso mehr konterkariert dies ihr nicht gerade zimperlicher Umgang miteinander. Die Brutalität zieht sich schließlich quer durch alle Seiten.
An Bord der Morgenstern ist kein besonders farbreicher Comic, genau genommen ist jedes Kapitel mit nur einem übergreifenden Farbton ausgestattet. Diese ungewohnte Optik taucht das abenteuerliche Geschehen zuweilen unfreiwillig in Düsternis, sorgt aber ebenfalls für eine stimmige Atmosphäre, die den Band schlussendlich auch prägt.
Ein bisschen missfällt mir in diesem Zusammenhang das Format, in dem der Band verkauft wird: Durch den Mangel an Farbvariationen wäre die Geschichte wohl besser im Albenformat zum Abdruck gekommen als im kleineren Graphic-Novel-Format von Carlsen. Es gibt viele Comics, die im letztgenannten gut zur Geltung kommen, Riff Reb's Piratenerzählung gehört aufgrund schwacher Kontraste nicht unbedingt dazu.
Wertung: ![]()
Abenteuerliche Unterhaltung, die mit ansprechenden Zeichnungen aufwarten kann
An Bord der Morgenstern
Carlsen Verlag, Oktober 2010
Text und Zeichnungen: Riff Reb's
128 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 18,90 Euro
ISBN: 978-3-551-79108-5
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Carlsen Verlag















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Rezensionen




Kann man schon einen neuen Boom des Piratencomics ausrufen? Nach den Erfolgen der letzten Zeit mit durchwegs gelungenen Bänden wie Jeronimus, Das Testament des Captain Crown und An Bord der Morgenstern hat sich nun auch Comictausendsassa Jean Dufaux (Jessica Blandy, Giacomo C.) der Piraten angenommen.
"Schon wieder ein Indianer-Sezessionskrieg-Comic!" könnte man denken,
wenn man an die jüngsten Publikationen aus dem Hause Splitter denkt.
Neben dem Splitter Book Canoe Bay sind zusammen mit dem ersten Band der Serie Bravesland erst
vor kurzem zwei Comics erschienen, die sich mit dem
England-Frankreich-Indianer-Sezessionskrieg in der Kolonialwelt
Nordamerikas auseinandergesetzt haben. Mit Der letzte Mohikaner
liegt nun nicht nur ein weiteres Buch in der Splitter-Books-Reihe vor,
sondern ebenfalls eine weitere Arbeit, die sich diesem historischen
Thema widmet.
- 21.09.2010
Spirou und Fantasio gehören, neben Tim und Struppi, Asterix und Lucky Luke
zu den ganz großen Klassikern des frankobelgischen Comics. Seit gut 70
Jahren erscheinen Geschichten mit dem kleinen Hotelpagen im
gleichnamigen Magazin und als Comicalbum. Neben der Hauptserie gibt es
seit 2006 eine Parallel-Reihe, die in Frankreich Une Aventure de Spirou et Fantasio par...
heißt. Namhafte Zeichner und Autoren können dort ihre ganz eigene
Vision von Spirou umsetzen, abseits von den Zwängen der Hauptserie.
- 13.05.2009
Mit der Fantasy-Reihe Les Lumières de l'Amalou wurde Zeichnerin
Claire Wendling bekannt und mehrfach preisgekrönt. In den neunziger
Jahren erschienen die ersten drei Alben der fünfbändigen Serie auch auf
deutsch; Teil 1 und 2 als Amalu, Teil 3 als Die Lichter von Amalou.
Obwohl Wendling beim Comic-Salon 2004 mit einer Ausstellung geehrt
wurde, musste man in Deutschland auf die beiden letzten Episoden sehr
lange warten. Nun gibt es also endlich die komplette Serie, mit einem
abermals leicht veränderten deutschen Titel: In der Carlsen-Ausgabe
heißt die Fantasy-Geschichte Die Lichter des Amalu, was auch sinnvoll ist, da es sich bei dem titelgebenden "Amalu" um einen Fluss handelt.
- 21.09.2009
Sein Lebenslauf klingt wie der Traum eines jeden Popkultur-Nerds:
Jean-Christophe Derrien hat sein Studium mit einer Arbeit über Twin
Peaks abgeschlossen, war Fanzine-Chefredakteur und Drehbuchautor für
Zeichentrickadaptionen von Comic-Klassikern wie Blake und Mortimer oder
Spirou und Fantasio. Heute arbeitet er als Filmkritiker und als
Szenarist für seine eigenen Comics. Einer davon ist die zweiteilige
Albenreihe Miss Endicott, die in Frankreich 2007 erschien und nun beim
Piredda Verlag auf Deutsch herauskommt.
- 06.11.2009