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von Benjamin Vogt Montag, 09. März 2009
Es ist bereits fünf Jahre her, dass der Carlsen Verlag mit Abersen eine der vielleicht ungewöhnlichsten Fantasyserien startete. Aber
nicht zuletzt die verworrene und fordernde Handlung dürfte dafür gesorgt haben,
dass Abersen bereits nach zwei Alben ein vorzeitiges Ende beschert war.
Jetzt haben sich die Jungs von Finix Comics ein Herz gefasst und dem außergewöhnlichen Comic endlich ein Ende gegönnt. Finix ist ein Club, der sich darauf spezialisiert hat, Albenreihen, die bei anderen Verlagen, oftmals kurz vor Vollendung der Serie oder eines Zyklus, abgebrochen wurden, zu einem würdigen Abschluss zu verhelfen. Mit den jüngst erschienenen Bänden 3 und 4 von Abersen ist ihnen dies wieder einmal gelungen und Sammler können sich die komplette vierteilige Saga von Zeichner und Szenarist Marc N`Guessan in einheitlicher Aufmachung ins Regal stellen.
Der Verdienst von Finix als vorbildliche „Lückenfüller“ des
deutschen Comicmarktes und ihre professionelle Arbeit für Komplettisten und
Leser, die wissen wollen, wie eine Geschichte ohne das Fallenlassen anderer
Verlage bis zum vorgesehenen Ende ausgesehen hätte, ist in diesem Zusammenhang nicht
hoch genug einzuschätzen. Größere Probleme gibt es da schon eher für potentielle
Quereinsteiger wie mich, die die ersten beiden Carlsen-Nummern nicht
kennen und mit der ersten Finix-Ausgabe, also Ausgabe 3 von Abersen,
gestartet sind. Dabei wird vor allem eines deutlich: Abersen ist ein zu
komplexer Comic, als dass man ihn ohne Vorkenntnisse der Carlsen-Alben vollends
erfassen und verstehen könnte (und auch dann dürfte es noch schwer genug sein).
Es ist aber auch ein viel zu schönes Comicerlebnis, als dass man darauf
verzichten möchte, irgendwann nochmals alle vier Alben an einem Stück lesen zu
wollen.
Abersen ist sicherlich eine der Comicreihen, die damals nicht
aufgrund ihrer mangelnden Qualität eingestellt wurden, sondern wohl u.a.
auch deswegen, weil die Leserschaft sich nicht in ausreichender Zahl auf die
Story einlassen wollte. Marc N'Guessan, der kreative Kopf hinter Abersen, macht es
einem aber auch wahrlich nicht leicht. Sein Werk ist nicht als klassischer
Fantasystoff einzustufen. Vielmehr handelt es sich um ein hintergründiges und
vielschichtiges Verwirrspiel, in welchem eine Gruppe vermenschlichter Tiere
agieren, darunter der vermeintlich auserwählte Bär Hotis, der sich zusammen mit
seinen Kumpanen in einer abenteuerlichen wie gefährlichen Welt fortbewegt
und zwischen Traum, Tod und Realität wandelt. Dementsprechend verbindet
N'Guessan jene Motive und gestaltet sie in ausschweifenden Bildern ansprechend
aus, besonders die unwirklichen Unterwasser-Visionen, in denen unheimliche
Kreaturen hausen und immer wieder die Erdbewohner heimsuchen.
Die monströse Bedrohung wird zur allgegenwärtigen, unbekannten Gefahr, der sich die Weggefährten stellen müssen. Zwischen Hotis' sich erfüllendem Schicksal und erkennbarer Zeitparadoxien ist Abersen ein nicht einfach zu goutierender Comic, der aber umso mehr dazu einlädt, einen zweiten oder dritten Blick zu riskieren. Bereuen wird man diesen sicher nicht.
Abersen
Finix Comics
Text und Zeichnungen: Marc N'Guessan
Band 3: Jenseits der trockenen Meere
Softcover; farbig; 48 Seiten; 11,80€
ISBN: 9783941236011
Band 4: Über die Zeiten hinweg
Softcover; farbig; 64 Seiten; 13,80€
ISBN: 9783941236035
Abbildungen: © der dt. Ausgabe Finix Comics















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In seiner Formatreihe "Splitter Books" bringt der Verlag die im Original vierteilige Serie Dixie Road in einem Band gesammelt heraus. Jean Dufaux ist ein so viel beschäftigter Schreiber, dass man sich nicht nur fragt, woher er die ganze Zeit und die ganzen Ideen nimmt, sondern auch, warum fast alle seine Serien so gut sind. Diese ausgezeichnete Serie hebt sich von den meisten anderen Dufaux-Stoffen ab. Er tummelt sich ja in den unterschiedlichsten Genres, wobei die meisten einen historischen Bezug haben. Was aber hier neu ist, sind die deutlichen soziakkritischen Aspekte. Wenn überhaupt ein Vergleich innerhalb von Dufaux' Werk gezogen werden soll, dann muss schon Jessica Blandy herhalten. Dabei haben die beiden inhaltlich nichts gemeinsam.
Im Hause Panini findet man neben dem großen Sortiment an Marvel- und
DC-Lizenzen auch immer mal wieder Comics aus kleineren amerikanischen
Verlagen. So haben zum Beispiel die durch den Spieleproduzenten Games Workshop
inspirierten Comics ihren Platz im Regal direkt neben den
amerikanischen Superhelden eingenommen. Während die epischen Schlachten
von Warhammer und Warhammer 40k vielen Lesern bereits bekannt sein dürften, handelt es sich bei Blood Bowl -
auch unter den Tabletop-Spielern - wohl eher um ein unentdecktes
Kleinod. Leider erfährt diese kleine Perle unter der Regie des
amerikanischen Comic-Verlags Boom Studios eine Heimpleite. Das Auswärtsspiel für Blood Bowl: Blut und Spiele kann bei der deutschen Lesergemeinde wegen mangelnder Bekanntheit des Spiels eigentlich nur noch schlechter ausfallen.
Mit dem ersten Band von Seide und Schwert betritt der vor zwei Jahren
ins Leben gerufene Splitter Verlag Neuland: Nach vielen Lizenzausgaben
französischer Comics legt er erstmals eine Eigenproduktion vor und
folgt gleichzeitig dem aktuellen Trend, Stoffe zu adaptieren, die
bereits als Roman erfolgreich waren. In diesem Fall handelt es sich um
eine Adaption der Romantrilogie Das Wolkenvolk von Kai Meyer, einer Fantasygeschichte, die im mittelalterlichen China spielt.
- 10.11.2008
Endlich finden auch die Chaotencops Spoon & White bei Finix ein neues Zuhause. Die Funnyserie, die mit allerlei Zitaten aus Popkultur und feinem, frankobelgischem Humor aufzuwarten weiß, ist eine Schöpfung der beiden Comicveteranen Jean Léturgie und Yann, für die Zeichnungen erhalten die beiden Unterstützung von Jeans Sohn Simon Léturgie.