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von Benjamin Vogt Mittwoch, 15. September 2010


 Garg, das ist ein kleines, hellbläuliches Monster-Mädchen. Es wohnt beim erfolglosen Schriftsteller Benni, der Garg irgendwann einfach vor seiner Haustür fand. Das Zusammenleben des bücherverschlingenden, abenteuerlustigen Wesens mit seinem inoffiziellen Adoptivpapa schildert das kreative Duo ASP (dahinter verbirgt sich Alexander F. Spreng, Autor und Sänger der gleichnamigen Gothic-Band) und Ingo Römling, der als Zeichner auch unter der Pseudonym "monozelle" unterwegs ist (Übrigens ist das nicht das erste Comicprojekt der beiden, denn 2006 erschien bereits ihre Kollaboration Varieté Obscur als Printcomic).

Seit 2007 veröffentlichen sie den Strip 7 Jahre mit Garg (www.siebenjahremitgarg.de), jetzt gibt es erstmals einen gedruckten Sammelband. Und der beinhaltet neben den den klassischen Strips in Schwarz-Weiß auch eine längere, kolorierte Geschichte, die stlististisch völlig andere Wege einschlägt.

"Mein Findetag", so der Titel dieser Episode, beleuchtet das Garg'sche Äquivalent zum uns bekannten Geburtstag. Denn, klar, einen solchen hat das Monsterlein nicht, deswegen zelebriert es mit Benni den Tag ihres ersten Zusammentreffens. Die Bilder sind hier nicht nur farbenfroh ausgestaltet, sondern nehmen auf den Seiten viel Raum ein. Einige Zeichnungen erstrecken sich sogar aufs komplette A4-Format des Albums. Die Story ist in vielerlei Hinsicht ein Stilbruch zu dem, was der Leser in der ersten Hälfte des Bandes sehen kann. Sogar auf Dialoge wird komplett verzichtet, stattdessen werden die Bilder von Gargs Ausführungen in Reimform untermalt.

All das wirkt überraschend und ist sehr sympathisch umgesetzt. Zumal es das starre Konzept des Strips aufbricht und beweist, dass der Charme auch ohne viel Worte erhalten bleibt. Trotzdem hat mich die überlange Bonusgeschichte etwas gestört, bzw. hätte ich stattdessen doch noch ein paar Strips gelesen. Der Grund dafür ist, dass Garg und Benni ohne das Korsett der knappen Form das gewisse pointierte Moment fehlt, dass der gereimte Monolog überdies zwar nett, aber keinen Ersatz für einen klugen Dialog bilden kann.

Die Strips brauchen sich hingegen auch vor ganz großen Vorbildern nicht zu verstecken. Hier fabuliert Texter ASP um wunderbar anrührende, geistreiche Situationen herum. Ob es nun um Gargs Wunsch eines Weltraumfluges geht, oder um Bennis verzwickte Jobsuche, stets enden die sich auf maximal drei Seiten erstreckenden Storys mit einer mehr oder weniger offensichtlichen Pointe. Das sorgt beim Lesen zumeist für ein Schmunzeln, machmal ist 7 Jahre mit Garg aber auch richtig, richtig lustig.

Richtig gelungen ist nebenbei bemerkt auch die Aufmachung des im Eigenverlag produzierten Sammelbandes. Die auf angenehm rauem Papier gedruckten Seiten sind in einem schicken Hardcover-Einband verpackt. Und im redaktionellen Part klärt ASP unter anderem die Frage nach dem ungewöhnlichen Titel des Comics.

Wem diese Ausstattung allerdings zu profan erscheint, dem kann auch alternativ mit einer limitierten Kunstlederausgabe mit Silberprägung geholfen werden. Auch diese gibt es im ASP-Shop unter www.thetalesofasp.com.


7 Jahre mit Garg – Gesamtausgabe 2007 bis 2010
Eigenverlag, August 2010
Autor: ASP
Zeichner: Ingo Römling
124 Seiten, s/w + farbig, HC, 26,90 Euro

Gut!

Klasse Stripserie mit monströsem Niedlichkeitsfaktor, leichte Abzüge gibts nur wegen der Farbstory

Abbildungen: © Ingo Röming / ASP




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