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von Daniel Wüllner Sonntag, 25. Oktober 2009
Im Gegensatz zu dem Gratiscomic-Konzept der nun in Berlin ansässigen Moga Mobos, bietet ein großes Verlagshaus wie Ehapa natürlich ganz andere Möglichkeiten: Störende Werbung fällt weg, besseres Papier kann verwendet werden und das Format wird von Fast-DINA-5 auf Fast-DINA-4 aufgestockt. Aber die Zusammenarbeit mit einem großen Verlag fordert neben den vielen Vorteilen, die sie bietet, auch Kompromissbereitschaft ein: Während dem kleinen subversiven Comicbuch, das längst vergriffen ist, dieses intelligente Projekt gut zu Gesichte stand, verströmt die Neuauflage einen eher biederen Schulbuchcharme. Da lacht Gandalf keck vom knallroten Cover herunter und auch Moby Dick zeigt seine cartoonige Schwanzflosse. Was zuvor noch in die Hosentasche gepasst hat, findet sich nun eher im Schulranzen wieder.
Bezeichnend für die Neuauflage sind vor allem die zu verzeichnenden Abgänge. Obwohl die beiden Literaturklassiker, Nabokovs genialer Roman Lolita und Mutzenbachers erotische Erzählung Josefine Mutzenbacher, auf der Ebene der Adaptionstechniken nicht viel gemein haben, sind beide auf erotischen Vorlagen basierende Comics leider nicht mehr dabei. Vielleicht waren diese Titel nicht mit der Stammkundschaft von Ehapa zu vereinbaren. Interessant ist auch, dass das graphische Konzept der Mutzenbacher-Umsetzung fast eins zu eins in ahas Die Leiden des jungen Werthers aufgegangen ist. Schmerzlich vermissen wird man auch Anja Noltes panelübergreifende Adaption von Dürrenmatts Besuch der alte Dame.
Das zu Recht prämierte 100 Meisterwerke der Weltliteratur steht für innovative graphische Erzählungen, die sowohl Sprache als auch Vermittlungsmöglichkeiten des Comics in allen Facetten zeigen. Auch in der Neuauflage ist das Projekt noch immer eine künstlerisch großartige umgesetzte Idee, die in keinem Regal fehlen darf. All diejenigen, die bereits die erste Auflage besitzen, werden speziell die Veränderungen unter die Lupe nehmen. Durch den Ausschluss einiger Werke der Weltliteratur, die für ein erwachsenes Publikum bestimmt sind, wirkt das neue Gewand der 100 Meisterwerke der Weltliteratur etwas bieder und etwas braver.
Eine Leseprobe findet sich auf dem Moga Moblog.
100 Meisterwerke der Weltliteratur
Ehapa Comic Collection, September 2009
Zeichnungen: diverese Künstler
Hardcover; 112 Seiten; schwarz-weiß; 9,95 Euro
ISBN:978-3-770-43269-1

Abbildungen: © Moga Mobo / Ehapa Comic Collection
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Nach längerer Pause gibt es wieder mal eine Comicbesprechung von zwei Redakteuren in Dialogform. Benjamin und Thomas beschäftigen sich mit Post Mortem Blues, dem aktuellen Werk von Horus. Der sogenannte "Wort-Bild-Roman" erzählt von einem Mädchen, das eigentlich einen recht normalen Eindruck macht -- dabei ist sie eigentlich schon tot.
Mit Comics zu bekannten Filmen und TV-Serien ist es ja immer so eine Sache. Nur in den seltensten Fällen erreichen sie eine ähnliche Qualität wie ihre Vorlage, meist sind sie uninteressant und uninspiriert, weil die kreativen Grenzen, in denen sich Autoren und Zeichner bewegen müssen, allzu eng gesteckt sind. Dass ausgerechnet ein Comic zur Muppet Show hier eine Ausnahme darstellen würde, stand nicht zu erwarten.
Das Wortspiel im Titel ist blöd auf eine sympathische Art, der Hund bellt "rabau", und wenn der grave digger Dave Grigger auf Seite 4 in einen Apfel beißt, dann macht es famos "schnurps".
Spätestens an dieser Stelle hat Dave Grigger eigentlich gewonnen.
- 10.12.2009
Tokyo Punk ist das zur Hamburger Messe "Heftich" Ende 2005 erschienene Magazin der Initiative Comic Kunst e.V. (INC). Der Grundgedanke: Deutsche Undergroundzeichner versuchen sich an Manga.
Altmeister Jodorowsky hat wieder zugeschlagen. Man fragt sich glatt, ob der Mann noch etwas anderes tut, als zu schreiben. Gerade in letzter Zeit hat er einen so hohen Output (Der schreckliche Papst, Borgia), dass man befürchten könnte, ihm würden bald die Ideen ausgehen.