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Home Artikel Kolumnen Frisch aus der Druckerei Frisch aus der Druckerei: Dezember 2012

von Thomas Kögel Dienstag, 15. Januar 2013

Der Dezember war ein Monat mit relativ wenigen Neuerscheinungen auf dem deutschen Comicmarkt. Das gibt uns die Gelegenheit, nach einer viel zu langen Pause wieder tief Luft zu holen und einen neuen Anlauf für diese Kolumne anzugehen. Thomas Kögel blickt wieder zurück auf die wichtigsten und interessantesten Novitäten des Vormonats, der Focus liegt wie gewohnt auf Einzelbänden und Serien-Neustarts.

HIGHLIGHT DES MONATS

Chagall in Russland Vom Avant Verlag kamen kurz vor Weihnachten mehrere sehr interessante Neuheiten, darunter zwei neue Bücher vom französischen Ausnahmekünstler Joann Sfar: Neben dem vierten Teil seiner Reihe Klezmer erschien der Band Chagall in Russland, dessen Titelheld zwar ein jüdischer Maler namens Marc Chagall ist, der aber noch lange kein biographischer Comic über den gleichnamigen Künstler ist. Sfar lässt sich von dessen Leben eher lose inspirieren und erzählt von einem jungen Mann, seiner Liebe zur Kunst und seiner Liebe zu einem Mädchen. Eine wichtige Rolle spielt auch hier, wie in vielen anderen von Sfars Comics, die jüdische Lebenswelt. Neun Seiten aus dem Buch kann man hier probelesen.

AUS SÜDAFRIKA

Doppeltes Glück mit dem Roten Affen heißt die erste deutsche Veröffentlichung von Joe Daly. Der in Kapstadt lebende Zeichner hat bei Kennern der englischsprachigen Independent-Szene schon länger einen Namen. Die beiden Stories in dem jetzt veröffentlichten Band lassen sich laut Verlagsinfo "irgendwo zwischen Hergé, Freak Brothers und Magnum" einordnen. Eine Kostprobe gibt's hier.

AUS FRANKREICH UND BELGIEN

Noch einmal kurz zurück zu Joann Sfar: Die Zeichnungen von dessen Serie Professor Bell hat ab dem dritten Band Hervé Tanquerelle übernommen, der nun wiederum mit dem Kollegen David B. an einer Kriminalgeschichte zusammengearbeitet hat: Die falschen Gesichter spielt im Frankreich der 1970er Jahre, beruht auf wahren Begebenheiten und zeigt abermals die Vielseitigkeit des David B., der sich nach autobiographischen, surrealistischen und historischen Themen nun auch im Thrillergenre versucht (Leseprobe)

Gringos Locos Jijé, Franquin und Morris – drei der ganz Großen des belgischen Comics, die in Gringos Locos aber nicht als Autoren oder Zeichner, sondern als Comicfiguren in Erscheinung treten. Die drei lernten sich beim Magazin Spirou kennen und traten 1948 eine lange gemeinsame Studienreise in die USA und nach Mexiko an. Autor Yann und Zeicher Olivier Schwartz machten daraus eine teils fiktive, teils biographische Geschichte, die zuerst (natürlich) im Spirou-Magazin erschien und für Wirbel sorgte, weil die Nachfahren der Künstler die Veröffentlichung in Albenform zunächst verhindern wollten (siehe dazu den Bericht, der vor einem Jahr beim Comic-Report erschien). Schließlich hat man sich dann doch geeinigt und das Album erschien mit ein paar Monaten Verzögerung. Nun liegt es auch in deutscher Übersetzung beim Carlsen Verlag vor. Für Französisch-Kundige gibt es eine Leseprobe und einen schicken Trailer:

 

Beim Tod von Moebius im März 2012 wurde wieder schmerzlich deutlich, dass viele seiner Comics hierzulande höchstens antiquarisch verfügbar waren. Cross Cult schafft nun Abhilfe: Der Verlag, der zuvor schon Neuauflagen von Arzach und Die hermetische Garage veröffentlicht hatte, ergänzt seine "Moebius Collection" nun um gleich fünf Bände auf einmal: Die blinde Zitadelle, Zwischenlandung auf Pharagonescia, The Long Tomorrow, Die Ferien des Majors und Der Mann von der Ciguri enthalten überwiegend Kurzgeschichten, die zuletzt vor gut zwanzig Jahren in der Carlsen-Reihe Universum der Wunder zu lesen waren. Zu allen Bänden der Reihe sind Leseproben verfügbar. Zusammen mit der Neuedition von Der Incal (Splitter Verlag) und dem posthum erschienenen, unvollendeten Comic Arzak, der Raumvermesser (ECC) kann man sich nun mit voller Wucht in die Moebius'schen Traumwelten stürzen.

Die Frau ist frei geboren In der "Books"-Reihe des Splitter Verlags gibt es eine dicke Graphic Novel von jenem Team, das sich bereits in Kiki de Montparnasse (Carlsen) mit dem Leben einer französischen Künstlerin beschäftigt hat. Nun gehen José-Louis Bocquet und Catel Muller noch ein paar Jahrhunderte zurück und porträtieren Olympe de Gouge, eine Schriftstellerin, die zur Zeit der Französischen Revolution lebte, als wichtige Vorkämpferin für Frauenrechte gilt und wie so viele ihrer Zeitgenossen unter der Guillotine endete. Zehn der insgesamt 480 Seiten von Die Frau ist frei geboren lassen sich hier probelesen.

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Pelikan Protokoll ist bereits die vierte Serie von Richard Marazano, die beim Splitter Verlag erscheint. Hier arbeitet er, wie schon in Der Schimpansenkomplex, mit Zeichner Jean-Michel Ponzio zusammen und erzählt eine SF-Mysterygeschichte, in der 15 Personen für als Versuchskaninchen für ein wissenschaftliches Experiment herhalten müssen (Leseprobe).

Schritte ins Licht Die neue Serie vom All Verlag kommt im gewohnten Gewand eines 48-seitigen frankobelgischen Albums, wird vom Verlag aber als "Graphic Novel" beworben: Schritte ins Licht von Bruno Marchand ist eine im Ligne-Claire-Stil gezeichnete Mysterygeschichte, die in der Nachkriegszeit spielt: Eine junge Frau begibt sich darin auf Spurensuche nach ihrem Vater der im Zweiten Weltkrieg angeblich Verrat begangen hat. myComics hat eine Leseprobe.

Ein Mix aus Agentenstory und Science-Fiction ist die Serie Carmen McCallum von Olivier Vatine, Fred Duval und Gess. Zwei Bände daraus erschienen Mitte der Neunziger bei Ehapa, nun bringt Bunte Dimensionen einen Sammelband des ersten, aus drei Teilen bestehenden Zyklus, der damit erstmals komplett auf Deutsch vorliegt.

 ★

AUS DEN USA

Batman: Hinter den Spiegeln Panini legt einen neuen Comic mit Zeichnungen Sam Kieth vor, an den Spong neulich einen schönen Liebesbrief geschrieben hat: In der Reihe DC Premium erscheint der Band Batman: Hinter den Spiegeln, geschrieben von Bruce Jones, der davon erzählt, wie Batman das erste Mal auf seinen Widersacher Mad Hatter traf. Der Comic erschien in den USA nicht wie üblich zuerst als Heftserie, sondern direkt als Hardcover-Band. Diesen hat das Wilde Dutzend hier besprochen und hält ihn zwar für unausgereift, empfiehlt ihn aber durchaus allen Fans von Sam Kieth. Der Liebesbriefschreiber hat ihn bestimmt schon. Eine Kostprobe gibt's bei myComics.

 ★

AUS ASIEN

Coelacanth Reichlich neue Mangserien, überwiegend für die weibliche Zielgruppe, starteten im Dezember bei EMA: Zum Beispiel der Zweiteiler Coelacanth von Kyoko Shimotsuki, eine Mysterygeschichte, in der zwei Teenager versuchen, den Mord an einem Lehrer aufzuklären. Ein Shojo-Manga, der aber wohl etwas ernsthafter daherkommt als die meisten anderen Vertreter des Genres.

Romantischer geht es in Dear! von Kaco Mitsuki (Sora Log) zu, das ebenfalls aus zwei Bänden besteht und eine klassische Dreiecksgeschichte erzählt. Der purpurne Fächer von Kyoko Kumagai ist ein Mix aus Romanze und Fantasygeschichte, und auch GDGD-Dogs von Ema Toyama (xx me!, An deiner Seite) fällt in die Schublade "Romance". Letzterer gehört zu den immer zahlreicheren Manga, deren Hauptfiguren Mangazeichner sind.

Highschool Girls von Akiko Morishima ist ein Yuri-Manga, in dem sich zwei Mädchen verlieben und der unter EMAs "Adult"-Label erscheint. Der Verlag möchte nach eigener Aussage "für die zahlreichen Liebhaber des Genres mit diesem besonders schönen zweibändigen Werk die Chance bieten, eine kleine Lücke in dem in Deutschland noch zögerlich erschlossenen Markt zu schließen."

Leseproben zu den genannten EMA-Serien finden sich im Programmheft Shinkan (PDF).

Carlsen Manga bringt die achtteilige Reihe Venus versus Virus von Atsushi Suzumi, in der ein Mädchen gegen Viren in Gestalt von Monstern kämpfen muss. Hier eine englischsprachige Preview.

SEKUNDÄRLITERATUR

Wir schließen den Kreis und gehen zum Abschluss in jene kreative Brutkammer, zu denen auch die eingangs erwähnten Sfar, David B. und Tanquerelle gehör(t)en: L'Association, das als Künstlerkollektiv und alternativer Verlag für eine grundlegende Auffrischung des französischen Comics sorgte und dessen Bedeutung man wohl kaum hoch genug einschätzen kann. Die aktuelle Ausgabe der Reddition widmet sich in zahlreichen Beiträgen ausschließlich der Association und ihren Künstlern. Digital reinblättern kann man hier.



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