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Die Welt am Draht, das sind Kommentare, Informationen, Gedanken und natürlich News rund um die Welt der Comics und darüber hinaus.

29.02.2008

Comic-Film-News
(Neues zu kommenden Comicverfilmungen)

Hier eine Sonderausgabe unserer Rubrik "Die Meldungen", die sich ausschließlich mit aktuellen News zu Comicverfilmungen befasst.

Fox verklagt Warner wegen Watchmen: Seit einigen Monaten laufen bereits die Dreharbeiten für die Verfilmung von Alan Moores Watchmen unter der Regie von Zack Snyder (300). Nachdem Filmrechte und Drehbücher jahrelang ihre Runden in Hollywoods "Production Hell" gedreht haben, nimmt der Film konkrete Formen an. Die Produktionsfirma Warner Brothers allerdings hat ein Jahr vor dem geplanten Kinostart eine dicke Klage am Hals. Das Konkurrenz-Studio 20th Century Fox verklagt Warner und behauptet, die kompletten Filmrechte gehörten Fox. "Guten Morgen", möchte man da rufen, schließlich ist längst bekannt, dass die Dreharbeiten laufen. Dass die Watchmen letztendlich ins Kino kommen, wird Warner vermutlich nicht verhindern können. Schade eigentlich, denn die bisherigen Versuche Hollywoods, Alan Moores Comics zu adaptieren, waren nicht gerade überzeugend. Mehr dazu bei Spiegel Online und beim Hollywood Reporter.

Akira-Realverfilmung als Zweiteiler: Katsuhiro Otomos Manga Akira, den er selbst bereits als Regisseur in einer feinen Anime-Version fürs Kino umgesetzt hat, wird es bald auch als Realfilm geben, produziert von Warner Bros. Geplant ist, die komplette, sechsbändige Mangareihe in Form von zwei Filmen umzusetzen. Als Regisseur hat man Ruairi Robinson verpflichtet, der noch keinen Langfilm gedreht, aber bereits eine Oscar-Nominierung für den Kurzfilm Fifty Percent Grey bekommen hat.

David Fincher als Regisseur von Black Hole? Noch in einem frühen Stadium steckt das Projekt, Charles Burns' düsteres Adoleszenzdrama Black Hole zu verfilmen. Variety berichtet, dass David Fincher (Seven, Fight Club, Zodiac) als Regisseur an Bord sei, was zweifellos eine schöne und passende Paarung wäre. Ebenso erfreulich aus der Sicht von Comiclesern: Am Drehbuch arbeitet Neil Gaiman, zusammen mit Roger Avary. Mit einem fertigen Film ist aber nicht vor 2010 zu rechnen.

The Boys als Film? Das Studio Columbia Pictures hat sich die Filmrechte an The Boys von Garth Ennis und Darick Robertson gesichert. Solche Rechtedeals sind im Filmbusiness freilich gang und gäbe -- ob und wann es tatsächlich eine Verfilmung geben wird, ist noch völlig offen.

Die Schlümpfe als 3D-Animation: Konkreter sieht es da schon für die Schlümpfe aus. Paramount produziert einen aufwendigen Kinofilm als computergenerierte 3D-Animation. Bei Coming Soon kann man einen ersten Blick auf den Bildschirm der Animateure werfen.

Phoo Action im BBC-Fernsehen: Hierzulande kaum bekannt ist der Comic Get The Freebies von Jamie Hewlett, dem Schöpfer von Tank Girl und Mit-Erschaffer der virtuellen Popband Gorillaz. Get The Freebies lief 1996/97 als Fortsetzungscomic in der britischen Zeitschrift The Face und wurde von der BBC als einstündiger Pilotfilm namens Phoo Action für eine potentielle TV-Serie umgesetzt und am 12. Februar gesendet. Das Ergebnis war wohl zufriedenstellend, denn jetzt soll eine sechsteilige Serie daraus werden. Das Setting klingt angenehm durchgeknallt: Im Jahr 2012 kämpfen in London der Kung-Fu-Polizist Terry Phoo und das Teenager-Mädel Whitey Action, Tochter des Polizeichefs, gegen eine Gang krimineller Mutanten, die Freebies.

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posted by Thomas um 12:58 | Permalink


28.02.2008

ICOM Independent Comic Preis: die Uhr tickt
(bald ist Einsendeschluss!)

Der Interessenverband Comic e.V. (ICOM) verleiht auch dieses Jahr wieder den ICOM Independent Comic Preis, und zwar in den Kategorien Bester Independent Comic, Bester Kurzcomic, Herausragendes Szenario, Herausragendes Artwork, Sonderpreis der Jury für eine bemerkenswerte Comicpublikation und Sonderpreis der Jury für eine besondere Leistung oder Publikation.
Erstere Kategorie ist mit 500,- Euro, die anderen sind mit jeweils 300,- dotiert.

Da der Comic-Salon Erlangen dieses Jahr sehr früh ist (22-25. Mai) und damit die 15. Preisverleihung bereits am 22. Mai statt findet, müssen jeweils fünf Exemplare bis zum 15. März eingesendet werden.

Und zwar an

Interessenverband Comic e.V. ICOM
c/o Burkhard Ihme
Danneckerstraße 12
70182 Stuttgart

Bedingungen: Der ICOM Independent Comic Preis zeichnet Eigenproduktionen aus dem zurückliegenden Kalenderjahr aus. Der Preis wird nur an Comics verliehen, die sich um den Preis beworben haben. Die Preise in den ersten fünf Kategorien werden nur an Publikationen (keine Manuskripte) verliehen.

Viel Erfolg! Wir versuchen auch wieder unser Glück, diesmal mit dem Comicgate-Magazin 2.

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posted by Frauke um 22:43 | Permalink


26.02.2008

Wonder-Con 2008
(Messebericht)

Die reizende Kölner Zeichnerin Sarah Burrini weilt gerade zwecks Erweiterung ihrer Kenntnisse beim Periscope-Studio in Portland (USA), eine Art Schwergewichts-Comickünstlerkollektiv (u.a. mit Steve Lieber von Whiteout). Gerade zurückgekommen aus San Francisco von der Wonder-Con 2008, einer "mittelgroßen Comicmesse" (wohlgemerkt nach amerikanischem Standard), hat sie schöne Bilder und einen Bericht dazu auf ihrem Blog zusammengestellt.
Wenn das so weitergeht mit ihr, dann können wir in zehn Jahren mal sagen, dass wir sie schon vorher gekannt haben. Und dass wir einen Beitrag von ihr im Comicgate-Magazin 3 hatten (bzw. haben werden, ist ja erst im Mai soweit). Yay!

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posted by Frauke um 23:07 | Permalink


18.02.2008

Frisch aus der Druckerei, 2/08
(Comic-Neuheiten im Januar)

Diesmal geht's etwas schneller, denn im Januar kam verhältnismäßig wenig neuer Stoff auf den Markt, vorwiegend Fortsetzungen von bereits laufenden Serien. Hier sind unsere Highlights:

HIGHLIGHT DES MONATS: Mit der Graphic Novel Fun Home von Alison Bechdel, die 2006 in den USA sämtliche Bestenlisten anführte (u.a. "Bestes Buch 2006" im Time Magazine), steigt der Literaturverlag Kiepenheuer & Witsch ins Comicgeschäft ein und trägt damit vielleicht zu der von vielen Verlagen ersehnten besseren Akzeptanz von Comics im klassischen Buchhandel bei. Fun Home ist eine autobiographische Erzählung, die sich um Bechdels Outing als Lesbe und um den Tod ihres Vaters dreht.
Bei KiWi gibt es eine Leseprobe und den TV-Beitrag, den das ARD-Kulturmagazin ttt über das Buch gedreht hat. Bechdel selbst hat den Besuch des deutschen Fernsehteams ihrerseits auf Video dokumentiert. Comicgate hat die US-Ausgabe von Fun Home schon vor einiger Zeit besprochen, die Rezension findet man hier.

Daniel und Oleg erschien als Kooperation des Zwerchfell-Verlags mit dem Fanzine Jackpot Baby! Hauptdarsteller Daniel ist ein Indierock-Fan, der stets darauf bedacht ist, dass alles an ihm (Musikgeschmack, Frisur, Klamotten) möglichst stylish rüberkommt. René Roggmann und Olli Ferreira nehmen diese Attitüde in genialen One-Pagern extrem treffsicher aufs Korn. Bei Jackpot Baby! gibt's Kostproben.

Ed Brubaker ist einer der besten Krimiautoren im Bereich der US-Mainstreamcomics. Wie einige andere auch, startete er bei Independent-Verlagen (Herbstfall mit Jason Lutes, deutsch bei Reprodukt), kam dann zu Vertigo (Scene of the Crime, deutsch bei Speed) und schließlich durfte er in den Superhelden-Sandkästen, zuerst bei Wildstorm (Sleeper, Authority) und DC (Batman, Catwoman, Gotham Central) und später bei Marvel (Daredevil, Captain America) spielen. Fast alle seiner Superheldenstories sind im Kern Kriminalgeschichten, meistens inspiriert vom Subgenre des "Crime Noir", das Brubaker so sehr liebt. Nach einigen Jahren Superhelden startete Brubaker, zusammen mit Zeichner Sean Phillips, wieder eine eigene, "creator-owned" Krimireihe mit dem passenden Titel Criminal. Diese Noir-Geschichten kommen ganz ohne Superhelden aus, jeder Handlungsbogen konzentriert sich auf eine andere Hauptfigur. Den ersten Sammelband mit dem Titel "Feigling" gibt es jetzt bei Panini. Das komplette erste Kapitel der US-Ausgabe kann man bei MySpace ComicBooks lesen.

Die wirklich empfehlenswerte Vertigo-Serie Fables von Bill Willingham haben wir euch schon mehrfach ans Herz gelegt (u.a. sei hier auch nochmal auf das Feature "Märchen im Comic" im Comicgate-Magazin #2 verwiesen). Eine Sonderausgabe, die in den USA als edles Hardcover erschien und mit mehreren Eisner Awards bedacht wurde, ist Fables: 1001 Schneeweisse Nächte. In der Rahmenhandlung, die als illustrierter Prosatext erzählt wird, ist Snow White die Gefangene eines Sultans, die ihre Hinrichtung nur dadurch hinauszögern kann, dass sie ihm, wie einst Shehezerade, jeden Abend eine Geschichte erzählt. Diese neun Geschichten werden von verschiedenen Gastzeichnern (u.a. Tara McPherson, Derek Kirk Kim und James Jean, der Zeichner der großartigen Fables-Cover-Bilder) umgesetzt und erzählen von Erlebnissen der Fables-Charaktere zu einer Zeit, als diese noch nicht versteckt unter Menschen in Fabletown leben mussten, sondern noch in ihren Homelands zuhause waren. Bei Comicgate gibt's bereits eine Besprechung des Bandes, eine US-Leseprobe kann man bei Vertigo finden.

Der stets als Über-Autor gepriesene Brite Alan Moore hat in seiner Karriere nicht nur große Meisterwerke wie Watchmen oder From Hell abgeliefert. In den 90er Jahren schrieb er auch eine Zeitlang an Serien für Image Comics, die heute nicht mehr als allzu meisterlich in Erinnerung sind. Unter anderem schrieb Moore 14 Ausgaben von Jim Lees Superhelden-Serie WildC.A.T.s, die vermutlich nicht zu Moores Highlights zählen, aber womöglich besser sind als der Rest der Serie. Panini bringt den kompletten Alan-Moore-Run in zwei Sammelbänden. Der erste, Alan Moores WildC.A.T.S. 1: Heimkehr nach Khera, ist bereits zu haben.

Carlsen Manga veröffentlichte im Januar auch zwei deutsche Eigenproduktionen: Idol von Stella Brandner (erschienen in der Reihe "Best of Daisuki") dreht sich um ein Teenagermädchen und deren Liebe zu einer Boyband. Und in Personal Paradise von Melanie Schober geht es um eine Zukunft, in der die Städte von Jugendgangs beherrscht werden und um zwei Außenseiter-Kids, die nicht dazugehören. Beim Verlag gibt's eine Leseprobe.

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posted by Thomas um 23:36 | Permalink


16.02.2008

Die Meldungen
(News-Bröckchen der vergangenen Wochen)

Steve Gerber ist tot: Am vergangenen Sonntag starb der amerikanische Comicautor Steve Gerber in Las Vegas an den Folgen einer Lungenfibrose. Schon vor einigen Wochen musste Gerber deswegen ins Krankenhaus, wo er auf eine Lungentransplantation wartete und in seinem Weblog freimütig über sein Leiden berichtete. Gerbers Hauptwerk entstand in den 70er Jahren, schwerpunktmäßig für Marvel. Seine wohl bekannteste Comicfigur ist Howard the Duck (eine Comicgate-Rezension von Björn zum "Essential"-Sammelband findet man hier). Gerber war stets ein eifriger Kämpfer für die Rechte von Zeichnern und Autoren und stritt jahrelang mit Marvel um Urheberrechtsfragen. Bis zuletzt war Gerber noch als Autor tätig, er arbeitete für DC an einer Doctor-Fate-Serie. Mehr über Steve Gerber in einem Nachruf von Tom Spurgeon.

Ausstellung "Kopfkino": Im Kunsthaus Dresden läuft seit kurzem eine interessante Ausstellung mit jungen Comiczeichnern, die sich in den letzten Jahren mit innovativen und anspruchsvollen Comics einen Namen gemacht haben. "Kopfkino" zeigt noch bis 20. April 2008 Werke von David B., Marjane Satrapi, Arne Bellstorf, Gipi, Sascha Hommer, Line Hoven, Mawil und einigen anderen. Infos zur Ausstellung und zum Begleitprogramm (Vorträge und Filme) auf kunsthausdresden.de, die Frankfurter Rundschau war bereits dort.

Holocaust-Comic Die Suche: Drei Jahre nach dem Comic Die Entdeckung (wir berichteten) beauftragte die Anne-Frank-Stiftung den niederländischen Zeichner Eric Heuvel erneut mit einem Comic zur Holocaust-Thematik. Bei Heuvel, dessen Stil stark an Hergé erinnert, sieht Hitler tatsächlich aus wie ein Schurke aus einem Tim-und-Struppi-Comic. Die Suche soll aber keine Abenteuerstory sein, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Die aus dem holländischen übersetzte deutsche Version wird von der Stiftung zur Zeit an einigen Schulen im Unterrichtseinsatz getestet und soll später für jedermann erhältlich sein. Eine Kostprobe aus dem Comic gibt's, ääh, bei bild.de.

Neues von Isabel Kreitz: Carlsen macht doch noch Eigenproduktionen! Im März erscheint dort eine neue Graphic Novel von Isabel Kreitz, die man schon fast eine Grand Dame des deutschen Comics nennen könnte. Die Sache mit Sorge ist ein politisch-historisch-biographischer Mix: Das Buch erzählt von dem deutschen Journalisten Richard Sorge, der während des Zweiten Weltkriegs an der deutschen Botschaft in Tokio für die Sowjetunion spioniert hat.
Nebenbei scheint man beim Carlsen Verlag inzwischen auch das Internet verstanden zu haben: Der Verlagsbereich "Graphic Novel" bekommt eine eigene Website spendiert, auf der man den Start von Die Sache mit Sorge ausgiebig mit Leseprobe, Interview und Hintergrundinfos begleitet.

Virgin Comics bei Panini: Es war nur eine Frage der Zeit, bis der britische Unternehmer Richard Branson nach Schallplatten, Flugreisen und Cola irgendwann auch mal Comics anbieten würde. 2006 gründete er Virgin Comics, ein Joint Venture mit dem indischen Verlag Gotham Entertainment. Die Virgin-Titel, die in Indien produziert werden, greifen zum Teil Themen aus der indischen Mythologie auf, die dann als populäre Fantasy-Stoffe verpackt werden. Virgin konnte aber auch einige große Namen aus der Filmbranche verpflichten, deren Ideen als Comics umgesetzt werden, u.a. die Regisseure Guy Ritchie (Bube, Dame, König GrAs) und John Woo (The Killer, Face/Off).
Panini Comics bringt in Kürze die ersten Virgin-Comics auch auf deutsch auf den Markt. Im März erscheint Guy Ritchie's Gamekeeper, geschrieben von Andy Diggle (The Losers), im April folgt John Woo's 7 Brothers, geschrieben von Garth Ennis (Preacher). Mehr Infos zu Virgin Comics und eine Leseprobe gibt's in der aktuellen Panini-Vorschau #18 (PDF-Download).

Erste Infos zum Comic-Salon: Der Comic-Salon Erlangen, alle zwei Jahre die größte Comic-Veranstaltung in Deutschland, wirft seine Schatten voraus. Auf der Salon-Website wurden küzlich erste Infos zum diesjährigen Programm bekanntgegeben: Freuen darf man sich z.B. auf eine Ausstellung mit Werken von Hendrik Dorgathen, auf einen China-Schwerpunkt, auf das deutsch-französische Zeichnerinnen-Projekt Pommes d'Amour und auf die Wilhelm-Busch-Hommage deutscher Comic-Zeichner, die schon in Hannover zu sehen war.

Luc Besson sichert sich Adele-Filmrechte: Die Albenserie Aventures Extraordinaires d'Adèle Blanc-Sec (Adeles ungewöhnliche Abenteuer) von Jacques Tardi gilt mittlerweile als ein Klassiker. Jetzt hat der Casterman-Verlag die Filmrechte verkauft - an EuropaCorp, die Produktionsfirma von Luc Besson (Das fünfte Element, Leon - Der Profi). Geplant sind vorerst drei Filme, der erste soll 2009 ins Kino kommen.

Bill Gaines' Leben wird verfilmt: Ein Comic-Verleger wird von Hollywood mit einem Biopic geehrt. John Landis (Blues Brothers) wird das Leben von Bill Gaines verfilmen, dem Verleger von EC Comics und Erfinder des MAD Magazine. Gaines war einer der Hauptgegner von Fredric Wertham, der mit seinem Buch Seduction of the Innocent die Comics zu dem machte, was heute "Killerspiele" sind, was letztlich zur Einführung der Selbstzensur namens Comic Code führte. Der Arbeitstitel des Films lautet Ghoulishly Yours, William M. Gaines. (Quelle: /film)

Dreifaltigkeit bei DC Comics: Nach dem recht überraschenden Erfolg der Serie 52 bleibt DC Comics weiterhin dem Prinzip der wöchentlichen Serie treu. Auf den 52-Nachfolger Countdown to Final Crisis, der im April endet, folgt ab Juni die nächste "Weekly": Diese nennt sich Trinity und vereint die drei prominentesten Superhelden des DC-Universums: Batman, Superman und Wonder Woman. Als Hauptautor der Serie hat man Kurt Busiek verpflichtet, gezeichnet werden die Hefte u.a. von Mark Bagley, der eben erst vom Konkurrenten Marvel abgeworben wurde und als sehr schneller Zeichner gilt. In jedem Heft soll es auf 12 Seiten eine fortlaufende Geschichte von Busiek und Bagley geben, dazu gibt es Kurzgeschichten von wechselnden Autoren als Backups.

Neue Website von Fantagraphics: Falls irgendein Comicverlag demnächst einen Relaunch plant, er möge sich bitte die neue Fantagraphics-Website zum Vorbild nehmen. Mit Online-Comics, Leseproben, Blogs, Interviews, RSS-Feeds und natürlich einem Shop bietet die Seite praktisch alles, was man von einem Comic-Verlag erwartet. Toll!

Noch mehr Bestenlisten: Wer immer noch nicht genug von Jahresbestenlisten hat, findet beim Comics Reporter eine umfangreiche Linkliste, die für ausreichend Lesestoff sorgen sollte.

Lesetipp der Woche: Die bereits weiter oben erwähnte Geschichte um Fredric Wertham und dessen Kampf gegen die Unmoral in den Comics wird in einem neuen Buch beschrieben: The 10-Cent Plague. The Great Comic-Book Scare and How It Changed America von David Hajdu beschreibt die Vorgänge, die in den 50er Jahren die amerikanische Comiclandschaft für immer veränderten. Einen Vorab-Auszug aus dem Buch, das im März erscheint, kann man bei bookforum.com lesen.

Lesetipp II: Kaum eine Comic-Künstlerin wurde in den letzten Monaten öfter interviewt als Marjane Satrapi. Rund um die Verfilmung ihrer Graphic Novel Persepolis erschienen Interviews in allen möglichen Medien. Ein besonders schönes stammt von Mike Russell, der es in Comicform festgehalten hat: The Persepolis Mission Statement.

Lesetipp III: Webcomics sind sicherlich nichts neues mehr, aber dass ein etablierter Autor bei einem etablierten Verlag eine neue Serie in Form eines kostenlosen Webcomics startet, hat man noch nicht gesehen. Warren Ellis, der ja immer gerne neues ausprobiert, startete diese Woche zusammen mit dem Verlag Avatar Press die neue Serie Freakangels, gezeichnet von Newcomer Paul Duffield, dessen Bilder an den Stil von Josh Middleton erinnern. Die Serie spielt im London der Zukunft, das nach einer Flutkatastrophe unter Wasser steht. Jede Woche soll es sechs neue Seiten geben. Das Seitenformat des Comics ist das einer klassischen Papier-Seite, es ist also damit zu rechnen, dass Freakangels früher oder später auch gedruckt erscheinen wird.

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posted by Thomas um 17:49 | Permalink


10.02.2008

KA-PUFF!! Comicsendung aus Österreich
(TV-Tipp)

Der österreichische Künstler Walter Fröhlich zeichnet nicht nur (u.a. für das Kriminal Journal (Leseprobe und Bestellmöglichkeit beim Freibeutershop) und er sitzt er an einer "Aschenputtel"-Adaption für Zwerchfells Märchenreihe Grimm), sondern ist auch aktiv in der Berichterstattung zum Thema.
Für den Wiener Sender Okto TV produziert er mit einigen Gleichgesinnten wie z.B. Dr. Sammler eine Sendung mit dem Namen KA-PUFF!! (so viel zum Thema "Warum werden in den großen Zeitungen immer noch Artikel über Comics mit 'Batsch! Bang! Boing!' überschrieben?").
Die erste Sendung ging im April 2007 online, und mit einer bewunderswerten Kontinuität wartet nun bereits die 12. Folge auf ihre Ausstrahlung, diesmal mit dem Thema "Comicversteigerungen" (mehr zum Inhalt im Comicforum).

Morgen um 21:30 Uhr ist Erstausstrahlung bei Okto, die weiteren Termine sind folgende:

Di. 12.02., 19:30 Uhr
Mi. 13.02., 17:30 und 23:35 Uhr
Do. 14.02., 15:30 Uhr
Fr. 15.02., 13:30 Uhr
Sa. 16.02., 11:30 Uhr
So. 17.02., 09:30 Uhr

Wer nicht in dem Sendegebiet von Okto wohnen sollte, der kann das Ganze auch über den Live-Webstream verfolgen (Quicktime 7-Plugin wird benötigt).


Einige Folgen und Trailer sind von den Machern mittlerweile auf YouTube hochgeladen wurden (Übersicht), wie z.B. das sehr interessante Gespräch, das Sebastian Broskwa mit Wolfgang Holzer vom Comicladen "ComicTreff" geführt hat (hier anklicken oder direkt bei uns angucken). Es geht zwar um die österreichische Szene bzw. "was sind momentan die Renner im Comicladen", die Sendung ist aber generell für jeden ambitionierten Nachwuchszeichner /-autoren, auch aus Deutschland oder der Schweiz, interessant.

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posted by Frauke um 13:40 | Permalink


02.02.2008

Neues PLOP erschienen
(Premiere unter neuem Herausgeber)

Thomas hat es vor ein paar Tagen bereits angekündigt: Andreas Alt, jahrzehntelanger Herausgeber des Fanzines PLOP, sah sich aus privaten Gründen gezwungen, diesen Posten aufzugeben. Allerdings wird er ab und zu noch zum Inhalt beitragen.
Die erste Ausgabe, Nr. 80, seines Nachfolgers Melchior Condoi ist seit gestern erhältlich. Für 3,- Euro inklusive Versand erhaltet Ihr 72 Seiten im DIN A5-Format mit farbigem Cover.

Bestellen oder sogar abonnieren könnt Ihr sie z.B. über die aktuelle PLOP-Website, auf der Ihr auch erfahrt, wie Ihr im PLOP selber veröffentlichen könnt.
Laut Melchior im Comicforum können den aktuellen Abonnenten übrigens erst am 5. Februar ihre Exemplare der Nr. 80 zugesandt werden.

posted by Frauke um 22:46 | Permalink